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Zoo
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Ein zoologischer Garten (altgriechisch Î¶áż·ÎżÎœ zĆon [], deutsch âLebewesen, Tierâ), kurz Zoo, auch Tiergarten oder Tierpark, ist eine groĂe, meist parkartige Anlage zur Haltung und öffentlichen Zurschaustellung verschiedener Tierarten.cite-ref-1[1] Auf Grundlage der geschichtlichen Entwicklung gelten vor allem wissenschaftlich geleitete Parks als Zoo. In der breiten Ăffentlichkeit werden aber auch andere Tierhaltungen wie gröĂere Wildgehege und Volierensammlungen als Zoo verstanden. Zoos dienen der Bildung, Forschung, Erholung sowie dem Natur- und Artenschutz, zum Beispiel durch Nachzucht seltener Tiere und deren Auswilderung, sind aber von einer Tierschutz- oder Tierrechtsposition aus umstritten.
Im europĂ€ischen Recht ist der Begriff Zoo legaldefiniert in Art. 2 der Richtlinie 1999/22/EG des Rates vom 29. MĂ€rz 1999 ĂŒber die Haltung von Wildtieren in Zoos, in Deutschland in § 42 Bundesnaturschutzgesetz als âdauerhafte Einrichtung, in der lebende Tiere wild lebender Arten zwecks Zurschaustellung wĂ€hrend eines Zeitraumes von mindestens sieben Tagen im Jahr gehalten werdenâ, ausgenommen sind unter anderem Zirkusse und Tierhandlungen, ĂŒbernommen.cite-ref-2[2]
Contents
âą Geschichte
âą Hauptaufgaben
âą Gestaltung
âą Kontroverse
âą Verschiedenes
âą Siehe auch
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Geschichte
Die frĂŒhesten archĂ€ologischen Nachweise fĂŒr zooĂ€hnliche Tierhaltungen wurden in Ăgypten gefunden: Etwa 3500 v. Chr. wurden in Hierakonpolis unter anderem Wildkatzen, Nilpferde, Elefanten, Paviane und heute ausgestorbene Tiere wie die Nordafrikanische Kuhantilope und ein Auerochse gehalten. Die Art wie die teils vorhandenen KnochenbrĂŒche verheilt waren, zeigt, dass die Tiere zu Lebzeiten verarztet wurden. Man glaubt, dass es sich um eine Menagerie eines Herrschers handelt und dass die Tiere wahrscheinlich bei seinem Tod geopfert wurden.cite-ref-3[3] Weitere ĂŒberlieferte Anlagen stammen aus China, wo um 2000 v. Chr. am Hof eines Kaisers der Xia-Dynastie Tiere gehalten wurden. Einen weiteren Park lieĂ Wu-Wang, der Ahnherr der Zhou-Dynastie, um 1150 v. Chr. anlegen.cite-ref-4[4] Die auch Park der Intelligenz genannte Anlage bestand noch um die Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr. und beherbergte SĂ€ugetiere, Vögel, Schildkröten und Fische.cite-ref-meyer-s964-5-0[5] Im Alten Orient wurden exotische Tiere schon frĂŒh unter Herrschern ausgetauscht oder dienten als Tribut. So waren unter dem Tribut von Sidon und Arwad an den mittelassyrischen Herrscher Tiglat-pileser I. eine Ăffin und ein Krokodil, AĆĄĆĄur-bÄl-kala erhielt eine Ăffin und einen âFluĂmannâ (amÄ«l nÄri, vielleicht ein Ichneumon oder eine Robbe) als Geschenk des Ă€gyptischen Pharaos.cite-ref-6[6] Wildrinder (buráž«is und teĆĄÄnu) und Kamele handelte er aus den Bergen des Ostens ein.cite-ref-7[7]
Bekannt wurde auch die den spĂ€teren europĂ€ischen Menagerien Ă€hnliche Anlage des Aztekenherrschers Moctezuma II. (1465â1520), von der Meyers Konversations-Lexikon schreibt:
âDie Spanier wurden bei der Eroberung von Mexiko durch den Anblick der kaiserlichen Menagerie, einer langen Reihe von WasserbehĂ€ltern, VogelhĂ€usern und KĂ€figen mit wilden Tieren, ĂŒberrascht. Besonders ausgezeichnet waren die Schmuckvögel aus allen Teilen des Aztekenreichs, doch fehlte es auch nicht an Schlangen. Den Raubvögeln dienten 500 TruthĂ€hne tĂ€glich zur Nahrung. 300 Menschen waren mit der Pflege der Wasservögel, welche auf zehn Teichen gehalten wurden, ebensoviel mit der der Raubtiere beschĂ€ftigt.â
â
Meyers Konversations-Lexikon
1889
In Europa hielten sich Klöster einen kleinen Tierbestand, wie das Kloster St. Gallen im 10. Jahrhundert. In den dortigen Zwingern war allerlei Wild und GeflĂŒgel, wie solches teils in den nahen Alpen hauste oder als Geschenk fremder GĂ€ste dem Kloster verehrt worden war, untergebracht.cite-ref-meyer-s964-5-2[5]
DarĂŒber hinaus sind im Mittelalter und in der Neuzeit unzĂ€hlige Tiergehege zu Jagdzwecken unterhalten worden, z. B. der Hirschgraben zu Frankfurt am Main oder der Lainzer Tiergarten in Wien. Neben der Jagd war das Zurschaustellen der wichtigste Zweig bei der GrĂŒndung von Menagerien. Menagerien waren zumeist an den Hof eines Adeligen gebunden. Die wohl bedeutendste war die königliche Menagerie im Tower of London, die 1235 unter Heinrich III. von England (1207â1272) ihren Anfang nahm. Im 16. Jahrhundert begann auch die italienische Aristokratie, in den GĂ€rten ihrer Residenzen am Rande der StĂ€dte âexotischeâ Tiere zu halten. Zu einer regelrechten BlĂŒte kamen die Menagerien, nachdem Ludwig XIV. (1638â1715) den Jagdpavillon im Schlosspark von Versailles 1662 zu einem Komplex aus Gehegen fĂŒr âexotischeâ Tiere hatte ausbauen lassen. Viele absolutistische Herrscher nutzten die Zurschaustellung von exotischen Tieren, Pflanzen und anderen naturalen und geologischen GegenstĂ€nden, um ihren Reichtum und ihre ExklusivitĂ€t hervorzuheben. Die höfischen Menagerien entwickelten sich im Zuge der FrĂŒhen Neuzeit zum Statussymbol.cite-ref-0-8-0[8]
Ausgehend von den Menagerien und verbunden mit wissenschaftlichem Forschungsdrang entwickelte sich im ausgehenden 18. Jahrhundert der Anspruch, lebende Tiere genauer erforschen und beobachten zu können. Da die Haltungsbedingungen in den höfischen Menagerien zum Teil den Lebensgewohnheiten der meist wild gefangenen Tiere widersprachen und diese dahinvegetierten, waren sie fĂŒr wissenschaftliche Forschungen ungeeignet. Hinzu kam, dass der Zutritt zu diesen Menagerien reglementiert war und sich die Forderung erhob, die Menagerien auch fĂŒr die Allgemeinheit zu öffnen. Die sich um 1800 nach der sukzessiven Auflösung der fĂŒrstlichen Privatmenagerien bildenden wandernden Tiersammlungen verfolgten als kommerzielle Unternehmen zunĂ€chst Ă€hnliche Ziele wie die ersten öffentlichen Menagerien, verschrieben sich indes im Verlauf des 19. Jahrhunderts im Gegensatz zu den Intentionen der Zoos der Schaulust des Publikums.
Der Ă€lteste noch bestehende Zoo der Welt ist der 1752 durch Franz I. Stephan begrĂŒndete Tiergarten Schönbrunn in Wien. Er war zunĂ€chst eine höfische Menagerie mit privatem Charakter und öffnete erst 1778 seine Tore fĂŒr die breite Ăffentlichkeit. Der Tiergarten Schönbrunn ist zugleich der einzige Zoo, in dem in noch erhaltenen, inzwischen der modernen Zootierhaltung angepassten barocken MenageriegebĂ€uden Tiere gepflegt werden. Seinem SelbstverstĂ€ndnis und der aktuellen internationalen Selbstdefinition der TiergĂ€rten zufolge ist er heute ein wissenschaftlich gefĂŒhrter zoologischer Garten, der seine Hauptaufgabe im Arten- und Naturschutz sowie im gesetzlich vorgegebenen Bildungsauftrag sieht. Die erhaltenen Teile des barocken Ensembles, die seit einigen Jahren mit Elementen der modernen Zooarchitektur ergĂ€nzt werden, vermitteln trotzdem immer noch einen guten Eindruck von den Menageriebauten des 18. Jahrhunderts nach dem Vorbild von Versailles.
Als Ă€ltester von Beginn an wissenschaftlich gefĂŒhrter Zoo gilt die MĂ©nagerie du Jardin des Plantes in Paris, die 1793 nach der endgĂŒltigen Auflösung der Versailler Menagerie entstand. Sie stand von Anfang an jedermann offen und bot namhaften Naturwissenschaftlern jener Zeit â unter ihnen Georges Cuvier, Ătienne Geoffroy Saint-Hilaire, Bernard Germain LacĂ©pĂšde und Jean-Baptiste de Lamarck â die Möglichkeit, âexotischeâ Tiere zu erforschen.
Die Bezeichnung âzoologischer Gartenâ fand erstmals beim Londoner Zoo Verwendung.
Am 30. Mai 1841, einem Pfingstsonntag, eröffnete der Gastwirt Schardel Heinrich Berg gleich hinter seinem Lokal âZum letzter Hellerâ den ersten deutschen âThiergartenâ.cite-ref-9[9] Er hatte das Lokal, das im heutigen Hamburger Stadtteil Horn lag, einige Wochen vorher kĂ€uflich erworben. Dieser Tierpark umfasste ca. 60 Tierarten, die in einem âFĂŒhrer durch den Zoologischen oder Thiergartenâ (im Bestand des Museums fĂŒr Hamburgische Geschichte) beschrieben werden. 1843 wird dieser Tiergarten auch im Hamburger Adressbuchcite-ref-10[10] ausfĂŒhrlich vorgestellt. Aber bereits 1845 musste der Tierpark wegen mangelnder Besucherzahlen wieder schlieĂen, da die Hamburger wegen des groĂen Hamburger Brandes von 1842 mit anderen Dingen als Zoobesuchen beschĂ€ftigt waren.
Am 1. August 1844 eröffnete der Ă€lteste fortbestehende Zoo in Deutschland, der Zoologische Garten in Berlin, seine Pforten. Seit den 1860er Jahren folgte eine Welle bĂŒrgerlicher ZoogrĂŒndungen in fast allen groĂen StĂ€dten.
Die 1896 von Carl Hagenbeck erfundene gitterlose Tierhaltung wurde in Hagenbecks Tierpark in Hamburg erstmals umgesetzt. Darin versuchte er, nach Möglichkeiten auf Gitter zu verzichten und die Gestaltung der Umgebung der Tiere an ihre LebensrÀume anzulehnen. Sie hat sich als Paradigma in der Zoogestaltung im Verlauf des 20. Jahrhunderts etabliert.
Vom ausgehenden 19. bis in die erste HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts war es ĂŒblich, im Rahmen sogenannter Völkerschauen als âexotischâ empfundene Menschen zur Schau zu stellen. Dies fand hĂ€ufig in Zoos statt, da man die Menschen hier in einer Umgebung mit ihnen vertrauter Tierwelt platzieren konnte, um eine vermeintliche âAuthentizitĂ€tâ zu erzeugen. So sollte auch der Herrschaftsanspruch der Kolonialstaaten untermauert werden, die dazu berufen seien, das âWildeâ zu zĂ€hmen.cite-ref-0-8-1[8] Etwa 300 verschiedene nichteuropĂ€ische Menschengruppen wurden in âanthropologisch-zoologischen Ausstellungenâ unter starker, Unterhaltungszwecken geschuldeter Verfremdung ihrer GebrĂ€uche im Sinne von Klischeevorstellungen und völkischem Chauvinismus ausgestellt. 1875 öffnete Carl Hagenbeck eine der ersten Völkerschauen. Weitere kommerziell erfolgreiche Aussteller folgten.cite-ref-11[11] Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es vereinzelt Veranstaltungen in Zoos, die mit den heute als rassistisch bewerteten Völkerschauen in Verbindung gebracht wurden. Das âAfrican Villageâ, eine Idee des Augsburger Zoos im Jahre 2005, wurde in diesem Zusammenhang kontrovers diskutiert.cite-ref-12[12]
Im Laufe der Zeit verĂ€nderte sich die Haltung von Zootieren grundlegend. Durch ein zunehmend besseres VerstĂ€ndnis von Tierwohl und Naturschutz wurde das Fangen und der Transport von Wildtieren sowie der Handel zunehmend eingeschrĂ€nkt.cite-ref-13[13] Die Richtlinien zur Haltung von Tieren, fĂŒr die in Deutschland das Landwirtschaftsministerium zustĂ€ndig ist, wurden mehrfach ĂŒberarbeitet, wie z. B. das SĂ€ugetiergutachten in den Jahren 1996 und 2014.cite-ref-14[14]
Mit einem besseren VerstĂ€ndnis fĂŒr Tierschutz in der Bevölkerung und dem gesteigerten Wissen in Bezug auf Empfindungen und kognitive FĂ€higkeiten von Tieren, werden Zoos auch zunehmend kritisch hinterfragt.
Hauptaufgaben
Die Schwerpunktaufgaben eines Zoos haben sich im Laufe der Geschichte von der einfachen Ausstellung âexotischerâ Tiere hin zur Erforschung von Tierarten sowie der Erhaltungszucht verschoben. Der BegrĂŒnder der Tiergartenbiologie, Heini Hediger, definierte schon vor fast 60 Jahren die Hauptaufgaben der Zoos als
âą Bildung,
âą Erholung,
âą Forschung und
âą Natur- und Artenschutz.
Artenschutz durch Zoos
Erhaltungszucht
Ein GroĂteil des Artenschutzes durch zoologische Einrichtungen sind die sogenannten ex-situ Projekte, vornehmlich in Form von Erhaltungszucht. Der EuropĂ€ische Zoo- und Aquarienverband (EAZA) hĂ€lt und zĂŒchtet im Rahmen des EuropĂ€ischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) ĂŒber 400 Tierarten.cite-ref-15[15] Ein vergleichbares Projekt ist der Species Survival PlanÂź des amerikanischen Zooverbands.cite-ref-16[16] Eine internationale bzw. interkontinentale Dachfunktion verschiedener Erhaltungszuchtprogramme fĂŒhrt die World Association of Zoos and Aquariums WAZA aus, der 22 regionale oder nationale Zoo- und AquarienverbĂ€nde sowie 213 individuelle Zoos und Aquarien in 46 LĂ€ndern als institutionelle Mitglieder angehören.
Die Erhaltungszuchtprogramme sind teils direkt mit Projekten in den HerkunftslĂ€ndern der Tiere verbunden. So finanzieren die Zoos, die am EEP fĂŒr Okapis teilnehmen, das Epulu Conservation and Research Center im Okapi-Wildtierreservat in der Demokratischen Republik Kongo.cite-ref-17[17]
Durch Erhaltungszucht wurden ca. 50 Tierarten, sowie einige Unterarten, vor dem sicheren Aussterben bewahrt.cite-ref-2-18-0[18] Dazu zĂ€hlen Wisente, Przewalskipferde, Mhorrgazellen, Kalifornienkondore, Davidshirsche (Milus), Oryxantilopen und Spixaras. Die Roten Liste der gefĂ€hrdeten Arten listet im Jahr 2022 40 Tierarten in der Kategorie âIn der Wildnis ausgestorbenâ (extinct in the wild).cite-ref-19[19] Sie existieren somit nur noch in Zoos oder vergleichbaren Einrichtungen.
Kooperation mit Nichtregierungsorganisationen
Neben den individuellen Kooperationen einzelner Zoos, arbeitet der Verband der Zoologischen GĂ€rten (VdZ) e. V. mit verschiedenen Organisationen, wie der Stiftung Artenschutz, der Zoologischen Gesellschaft fĂŒr Arten- und Populationsschutz ZGAP, der Weltnaturschutzunion (IUCN), dem WWF, dem NABU oder der Deutschen Wildtier Stiftung zusammen.cite-ref-3-20-0[20]
Lokale Projekte
Viele Zoos arbeiten selbststĂ€ndig mit lokalen Projekten zusammen. So unterstĂŒtzt der Kölner Zoo ein Elefantenschutzprogramm mit Waisenhaus und Krankenstation in Udawalawe, Sri Lanka, mit finanziellen und technischen Mitteln.cite-ref-21[21]cite-ref-22[22] Die Mitglieder des VdZ investierten 2021 nach eigenen Angaben rund 10 Millionen Euro fĂŒr Artenschutzprojekte vor Ort. ZusĂ€tzlich wĂŒrde mit Personal, Expertenwissen und Sachspenden unterstĂŒtzt.cite-ref-3-20-1[20]
Auswilderung
Die Haltung und Zucht bedrohter Tiere ist meist mit dem Ziel der Auswilderung verbunden. Oft ist das dadurch erschwert, dass die LebensrÀume zu stark zerstört sind. Schwerpunkt von Auswilderungsprojekten deutscher Zoos war bisher Europa. Nach eigenen Angaben wilderten VdZ-Zoos im Jahr 2016 350 Tiere aus 28 Arten aus, 2018 und 2019 insgesamt 3072 Individuen und 2021, wÀhrend der COVID-19-Pandemie, 417 Tiere aus 17 Arten.cite-ref-3-20-2[20]cite-ref-23[23]
In Europa ausgewildert wurden und werden unter anderem: Waldrappe im Rahmen eines aufwendigen Projektes zur Auswilderung von Zugvögeln,cite-ref-24[24]cite-ref-25[25] Wisente in Deutschland, Polen und im Kaukasus,cite-ref-26[26]cite-ref-27[27] Alpensteinböcke in Ăsterreich, EuropĂ€ische Ziesel in Tschechien,cite-ref-28[28] Luchse im Harz,cite-ref-29[29] Sumpfschildkröten in mehreren Projekten Deutschlandweit,cite-ref-30[30]cite-ref-31[31] sowie GĂ€nsegeier in Bulgarien und Bartgeier in den Alpen.cite-ref-32[32]cite-ref-33[33] Geplant sind unter anderem Projekte fĂŒr Haie und Rochen in der Nordsee und Luchse im Schwarzwald.cite-ref-34[34]cite-ref-35[35]
AuĂerhalb von Europa wurden aus VdZ-Zoos unter anderem Spitzmaulnashörner in SĂŒdafrika und Ruanda,cite-ref-36[36] Spixaras und Lear-Aras in Brasilien,cite-ref-37[37]cite-ref-38[38] Balistare in Indonesien,cite-ref-39[39] sowie Riesenotter und Jaguare in Argentinien, ausgewildert.cite-ref-40[40]cite-ref-41[41]
Effekt
Zoos sehen sich selbst in einer SchlĂŒsselrolle fĂŒr den Artenschutz. Eine Studie, die 2020 in einem Journal der Society for Conservation Biology erschien, kam zu dem Ergebnis, dass von 1993 bis 2020 zwischen 28 und 48 SĂ€ugetier- und Vogelarten durch Zoos vom Aussterben bewahrt werden konnten.cite-ref-42[42]
Die Species Survival Commission (SSC) der Internationale Naturschutzunion (IUCN), die auch die Rote Liste gefĂ€hrdeter Arten aufstellt, veröffentlichte im Oktober 2023 ein Positionspapier zur Rolle von Zoos, Aquarien und botanischen GĂ€rten fĂŒr den Arterhalt. Demnach können sie eine wichtige Rolle spielen und tun das auch. Gleichzeitig wird an die besprochenen Einrichtungen appelliert, ihr Potenzial fĂŒr den Artenschutz auszuschöpfen. Die Mitglieder der IUCN, auch Regierungsbehörden, werden zur Zusammenarbeit mit Zoos, Aquarien und botanischen GĂ€rten ermutigt.cite-ref-43[43]
Forschung in Zoos
Tiere in Zoos waren immer wieder Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Der Verband der Zoologischen GĂ€rten (VdZ) und der EuropĂ€ische Zoo- und Aquarienverband (EAZA) betreiben seit 2022 die âZoo Science Libraryâ, eine öffentlich zugĂ€ngliche Auflistung von Veröffentlichungen aus internationalen, peer-reviewed Fachzeitschriften auf, die unter Beteiligung Zoologischer GĂ€rten und Aquarien entstanden sind.cite-ref-44[44]
Viele Zoos arbeiten auch langfristig mit wissenschaftlichen Instituten zusammen. So beherbergt der Zoo Leipzig das Wolfgang-Köhler-Primaten-Forschungszentrum des Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie.cite-ref-45[45]cite-ref-46[46]
Studien zum Bildungsbeitrag
Eine von der amerikanischen Association of Zoos and Aquariums (AZA) im Jahr 2007 veröffentlichte Studie, die nahelegt, dass Zoos erhöhte Aufmerksamkeit und VerhaltensĂ€nderungen in der Ăffentlichkeit bezĂŒglich Arten- und Umweltschutz bewirken,cite-ref-47[47] wurde 2010 im Journal Society & Animals auf ihre Stichhaltigkeit geprĂŒft. Die Autoren kamen zu dem Ergebnis, dass die AZA-Studie aufgrund methodischer MĂ€ngel nur sehr geringe Aussagekraft besitze und dass es bis zum Jahr 2010 keine Hinweise gebe, dass Zoos und Aquarien das Verhalten und die Einstellungen von Besuchern hinsichtlich Naturschutz positiv beeinflussen.cite-ref-48[48] Eine Studie, die 2014 in einem Journal der Society for Conservation Biology veröffentlicht wurde, kam zu dem Ergebnis, dass es bei 41 Prozent der gefĂŒhrten und bei 34 Prozent der ungefĂŒhrten Besuche in Zoos zu naturschutzbiologischem Lernen bei Kindern kam.cite-ref-49[49] Laut einer Studie, die 2017 im Journal der Ecological Society of America erschien, fĂŒhrten Zoobesuche bei den Befragten zu einem besseren GesamtverstĂ€ndnis der BiodiversitĂ€t und von MaĂnahmen zu ihrem Schutz.cite-ref-50[50] Eine Studie aus dem Jahr 2020, welche in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht wurde, zeigt einen starken Zusammenhang zwischen den Besucherzahlen von Zoos und der Anzahl an geförderten Artenschutzprojekten.cite-ref-51[51] 2021 fand eine im Journal of Zoological and Botanical Gardens publizierte Studie positive Auswirkungen der Zoobesuche auf die Naturverbundenheit und die Einstellung zum Artenschutz.cite-ref-52[52]
Zoos aus museologischer Sicht
Zoos mit ihren Spezialformen, Ozeanarien, Wildparks, Terrarien und Aquarien sind nicht nur aus Sicht des International Council of Museums, sondern auch aus Sicht der Museologie museumsĂ€hnliche Einrichtungen. Das bedeutet mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede zwischen den Institutionen. Beispiele fĂŒr Zoos, die auch umfangreichere Ausstellungselemente beinhalten, sind etwa die Artis in Amsterdam â einer der Ă€ltesten Zoos weltweit und von Beginn an zugleich Naturkundemuseum â, der Aquazoo DĂŒsseldorf oder die Masoala-Halle des Zoos ZĂŒrich.
Im Unterschied zu Biologie, Tiergartenbiologie und Tierpsychologie beschĂ€ftigt sich die Museologie als Gesellschaftswissenschaft mit der Tier-Mensch-Beziehung, wie sie in Zoos der verschiedenen Formen und Entwicklungsarten zum Ausdruck kommt. Dabei ist sie sich einig mit dem BegrĂŒnder der Tiergartenbiologie, dem Schweizer Heini Hediger, der 1942 die Tier-Mensch-Beziehung, die Nahrung und den Raum als die tiergartenbiologischen Problemkreise von Zooinsassen definierte.cite-ref-53[53] Durch die Lebendigkeit des Kulturguts des Zoos interagiert es zwischen Ausstellern und Besuchern: âDer Zoo ist eine Ausstellung an der Schnittstelle zwischen Natur und Kultur, Mensch und Tier, Zivilisation und Wildnis und zugleich ein architektonischer Raum, um diese Schnittstelle zu inszenieren.âcite-ref-54[54]
Gestaltung
Die Zooarchitektur hat sich immer wieder verĂ€ndert und dem wachsenden VerstĂ€ndnis fĂŒr die BedĂŒrfnisse der gehaltenen Tiere angepasst. Bauten in Zoos wurden abhĂ€ngig von ihrer Zeit völlig unterschiedlich konzipiert und gestaltet.
Basierend auf der Architektur der höfischen Menagerien waren in den Zoos des 19. und frĂŒhen 20. Jahrhunderts die Tiere zum Teil Dekorationsobjekt fĂŒr ungewöhnliche Bauten wie das Antilopenhaus im Zoologischen Garten Berlin. Viele dieser architektonisch interessanten Bauten aus frĂŒher Zoogeschichte sind fĂŒr heutige Zoos ein Problem, insbesondere wenn sie unter Denkmalschutz stehen und nur geringfĂŒgig geĂ€ndert werden können. Der Widerstreit zwischen Denkmalschutz und Tierschutz schrĂ€nkt die tiergĂ€rtnerischen Nutzungsmöglichkeiten erheblich ein. Ein Beispiel dafĂŒr ist der Tiergarten Schönbrunn, der zum Weltkulturerbe gehört und der sich in seinen engen geografischen Grenzen der modernen Zootierhaltung anpassen musste, ohne die Ă€uĂere Architektur zu verĂ€ndern.cite-ref-55[55]
Auch im Tierpark Berlin, dessen 1963 eröffnetes Raubtierhaus unter Denkmalschutz steht und das seinerzeit das gröĂte Raubtierhaus der Welt war, gab es nur geringe Möglichkeiten zum Ausbau der zum Haus gehörenden AuĂenanlagen: Die alten KĂ€figreihen an den FlĂŒgeln des Hauses durften zwar vergröĂert werden, die exakte Anzahl und Ausrichtung musste aber erhalten bleiben, um den architektonischen Charakter des Hauses zu wahren.
Seit Mitte der 1990er Jahre beeinflusst eine aus den USA kommende Erlebnisarchitektur die Gestaltung zoologischer GĂ€rten. Vielfach entstehen sogenannte Immersionsgehege, bei denen der Besucher tatsĂ€chlich oder scheinbar den natĂŒrlichen Lebensraum der Tiere betritt. Das Tier ist damit kein reines Ausstellungsobjekt mehr, sondern bewohnt (und verteidigt) sein Territorium. Je nach gestaltetem Lebensraum hat das Tier â mitunter zum Bedauern der Besucher â auch die Möglichkeit, sich dem Betrachter zu entziehen. Einer der ersten Zoos in Deutschland, die dieses Konzept erfolgreich umgesetzt haben, ist der Erlebnis-Zoo Hannover.
Eine besondere Art der Zoogestaltung ist der sogenannte Geozoo, in dem Tiere nicht nach systematischen, sondern nach geographischen Gesichtspunkten gehalten und auf gemeinsamen Anlagen vergesellschaftet werden.
Bezeichnungen und Zootypen
Die Bezeichnung Zoo (kurz fĂŒr zoologischer Garten) ist gesetzlich definiert, ist auch international verstĂ€ndlich und wird heute meist als Hauptbezeichnung angesehen. Sie wird historisch oft mit dem 1826 eröffneten Londoner Zoo in Verbindung gebracht, der sich aber zunĂ€chst als âGardens and Menagerie of the Zoological Society of Londonâ bezeichnete. Die AbkĂŒrzung Zoo ist erstmals um 1847 fĂŒr den Clifton Zoo belegt.cite-ref-56[56]cite-ref-57[57] Der Begriff des zoologischen Gartens verwies ursprĂŒnglich auf die wissenschaftliche Funktion einer solchen Einrichtung, so diente der Londoner Zoo ursprĂŒnglich nur der Forschung und wurde erst 19 Jahre nach seiner Eröffnung allen zahlenden Besuchern zugĂ€nglich.
Begriffe âTierparkâ oder âTiergartenâ
Allgemein sprach man im Deutschen frĂŒher eher von einem Tiergarten, weshalb heute noch viele Zoos diesen Namen tragen, darunter der Tiergarten Schönbrunn und der Tiergarten NĂŒrnberg. Noch Ă€lter ist der GroĂe Tiergarten in Berlin, der aber ein umzĂ€untes Jagdrevier und kein Zoo im heutigen Sinne war.
Daneben besteht die nicht klar abgegrenzte Bezeichnung Tierpark (Tierpark DĂ€hlhölzli, Tierpark Sababurg, Tierpark NeumĂŒnster); teils sind Tierparks weitlĂ€ufiger angelegt und fungieren zugleich als Landschaftsgarten, so etwa der Tierpark Berlin verglichen mit dem Zoologischen Garten Berlin. Auch Tierparks entsprechen der Definition des Begriffs Zoo. Die Deutsche Tierparkgesellschaft hat im Vergleich zum Verband der Zoologischen GĂ€rten viele vergleichsweise kleine Mitglieder, zum Teil ĂŒberschneiden sich die Mitglieder jedoch auch und es gibt diesbezĂŒglich keine Voraussetzung.cite-ref-58[58]
Wildparks
Klarer davon unterschieden ist der Wildpark (Wildpark LĂŒneburger Heide, Wildpark Schwarze Berge, Wildpark Eekholt), der nur oder ĂŒberwiegend einheimische Tiere zeigt. Ein GroĂteil der Wildparks sind Zoos im Sinne der EU-Zoorichtlinie und des Bundesnaturschutzgesetzes.cite-ref-59[59] Ausgenommen sind Einrichtungen, die fĂŒnf Arten von Schalenwild, das im Bundesjagdgesetz aufgefĂŒhrt ist, oder Einrichtungen, in denen nicht mehr als 20 Tiere anderer wild lebender Arten gehalten werden. In Deutschland sind Wildgehege und Wildparks im Deutschen Wildgehege-Verband e. V. (DWV) organisiert.
Weitere Begriffe
Einige Begriffe bezeichnen bestimmte Zoos, die sich spezialisiert haben, oder auch nur einen Teil des Zoos. So sind Aquarium und Delfinarium als Bezeichnung fĂŒr ganze Einrichtung gelĂ€ufig, können aber auch Teil eines Zoos sein.
Zoos spezialisieren sich teils auf bestimmte LebensrÀume, bestimmte Tiergruppen oder eine bestimmte Art der Darstellung der Tiere, wie beispielsweise der Affenzoo Apenheul und der Alpenzoo in Innsbruck. Dabei lassen sich Kategorien feststellen, denen man viele Einrichtungen zuordnen kann, wie Meeres-Themenparks, Schmetterlingszoos, Reptilienzoos, Vogelparks (z. B. Weltvogelpark Walsrode) und Safariparks.
Eine weitere Besonderheit sind Streichelzoos, in denen die Tiere angefasst und meist auch gefĂŒttert werden dĂŒrfen. Streichelzooanlagen finden sich auch in vielen gröĂeren Zoos und Wildparks als zusĂ€tzliches Angebot fĂŒr Kinder. In Streichelzoos werden meist domestizierte Tiere wie z. B. Ziegen gehalten.
Privatzoos
Als Privatzoo werden Zoos bezeichnet, die von privatwirtschaftlichen Unternehmen betrieben werden. In Deutschland trifft das nur fĂŒr wenige Zoos zu, wie zum Beispiel den Tierpark Hagenbeck in Hamburg, der sich im Besitz der Familie Hagenbeck befindet. Die Zoos Arche Noah Grömitz, Zoo Braunschweig und Tierpark Essehof befinden sich im Besitz der Familie Wilhelm.cite-ref-60[60]cite-ref-61[61]
Kontroverse
Die Haltung von Wildtieren in zoologischen GĂ€rten wird von einigen VeterinĂ€rmedizinern, TierschĂŒtzern und intensiv von Tierrechtlern kritisiert.
Der VeterinĂ€rmediziner Jörg Luy vertritt die Position, dass Zoos fĂŒr viele Tierarten die komplexen Umgebungsbedingungen nicht ausreichend simulieren könnten und somit artgemĂ€Ăe und ethisch vertretbare Haltung faktisch unmöglich sei.cite-ref-62[62] Er plĂ€diert fĂŒr eine differenzierte Betrachtung der Zooeignung von Tierarten und fĂŒr einen Verzicht auf Zootierhaltung bei Spezies, die dafĂŒr nicht geeignet seien, z. B. Löwen.cite-ref-63[63] Eine im Jahr 2016 in der Fachzeitschrift Nature erschienene Studie kam bezĂŒglich der Lebenserwartung von Tieren in Zoos hingegen zu dem Ergebnis, dass ĂŒber 80 Prozent der Arten im Zoo lĂ€nger leben als in der Wildbahn.cite-ref-64[64] Eine im Jahr 2021 veröffentlichte Studie kam zu dem Ergebnis, dass sich die Lebenserwartung von in Zoos gehaltenen Raubtieren in den letzten 70 Jahren ĂŒber alle untersuchten Familien hinweg deutlich erhöht habe. So habe sich der Anteil der Raubtiere, welche ein bestimmtes artspezifisches Alter erreicht haben, bei der Mehrzahl der Arten fast verdoppelt.cite-ref-65[65]
Weiter wird kritisiert, dass noch immer wilde Tiere fĂŒr zoologische GĂ€rten gefangen und exportiert wĂŒrden, dass ĂŒberzĂ€hlige Jungtiere getötet und manche Tierarten â wie Elefanten â gewaltsam dressiert wĂŒrden. Diese Kritikpunkte beziehen sich meist auf Zoos im Allgemeinen und berĂŒcksichtigen nur zum Teil die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte weg von der Zurschaustellung in engen KĂ€figen hin zur artgerechten Haltung in groĂen Tieranlagen mit Versteckmöglichkeiten. Diese Entwicklungen sind aber lĂ€ngst nicht abgeschlossen und stehen in einigen Zoos auch noch am Anfang. Zum Teil lassen sich diese Entwicklungen sogar auf Aktionen und MaĂnahmen des Tier- und Umweltschutzes zurĂŒckfĂŒhren. TierschĂŒtzer wie Hanno WĂŒrbel fordern aber ein generelles Umdenken hin zum Haltungsverzicht einiger Tierarten wie EisbĂ€ren und Elefanten, deren Haltung in Zoos dem Leben in freier Wildbahn in keiner Weise Ă€hnlich sei.cite-ref-66[66]
Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland bestreitet, dass Zoos dem Artenschutz dienen. Echter Artenschutz bedeute, Tiere in ihrem natĂŒrlichen Umfeld zu schĂŒtzen. Kein Zoo könne den BedĂŒrfnissen eines Wildtiers gerecht werden, denn Tiere könnten ihre natĂŒrlichen Verhaltensweisen dort nicht ausleben. Damit sei auch die Bildungsarbeit der TiergĂ€rten verfehlt. Zoos gehe es vorrangig um ihre wirtschaftlichen Interessen.cite-ref-voss-67-0[67] Durch das âZurschaustellen von Lebewesenâ förderten sie eine âspeziesistische Denkweiseâ und vermitteln, der Mensch könne beliebig ĂŒber Tiere verfĂŒgen und sie zum eigenen VergnĂŒgen einsperren.cite-ref-peta-68-0[68] Die Tierrechtsorganisation fordert daher nicht nur einen Stopp öffentlicher Subventionen, sondern auch die dauerhafte SchlieĂung von Zoos.cite-ref-voss-67-1[67] Eine ânĂŒtzliche Funktionâ sieht sie nur, wenn Zoos zu âAuffangstationen fĂŒr Tiereâ werden, die zum Beispiel aus Zirkusbetrieben oder in FĂ€llen von VernachlĂ€ssigung in Privathaushalten beschlagnahmt wurden.cite-ref-peta-68-1[68]
Die antispeziesistisch begrĂŒndete Ablehnung von Zoos reicht bis in die 1980er Jahre zurĂŒck. 1985 argumentierte der Tierethiker Dale Jamieson in seinem Essay Against Zoos fĂŒr die Abschaffung von Zoos: Demnach erforderten die Moral und âunserâ eigenes Ăberleben, dass âwirâ lernen, als âeine Art unter vielenâ zu leben. Zoos betonten aber einen pauschalen Unterschied zwischen Menschen und Tieren und förderten dadurch ein falsches und gefĂ€hrliches VerstĂ€ndnis âunseresâ Platzes in der natĂŒrlichen Ordnung. Deshalb wĂ€re es sowohl fĂŒr Menschen wie Tiere besser, wenn Zoos abgeschafft wĂŒrden.cite-ref-69[69]
Hingegen befĂŒrwortet die Naturschutzorganisation WWF die Aufgaben, âdie von zahlreichen Zoologischen GĂ€rten und TiergĂ€rten im Bereich Artenschutz, Bildung und Forschung wahrgenommen werdenâ. Nach Ansicht des WWF können âNachzuchtprojekte in Zoos sinnvoller Teil eines wissenschaftlichen Schutz-Managements fĂŒr bedrohte Artenâ sein. In einigen FĂ€llen konnten Spezies wie etwa der Wisent oder das Goldene LöwenĂ€ffchen durch Zoos vor dem Aussterben bewahrt werden. Viele Zoos beteiligten sich an Auswilderungsprogrammen fĂŒr Arten, die in der Wildnis ausgestorben oder extrem selten seien. ZusĂ€tzlich könne die Forschung der Zoos dazu beitragen, Verhalten, Biologie oder Krankheiten der bedrohten Arten besser zu verstehen.cite-ref-70[70]cite-ref-voss-67-2[67]
Berichterstattung
In der öffentlichen Wahrnehmung tauchen meist nur die Zoos aus der jeweiligen Region auf. Dies ist oft mit Werbung (z. B. fĂŒr Fotoausstellungen, Familientagen und Ăhnlichem) verbunden. Des Weiteren wird in lokalen Medien hĂ€ufig ĂŒber kĂŒrzliche Geburten von Jungtieren in Zoos aus der Region berichtet.
Ăberregionale Berichterstattung ist eher selten und beschrĂ€nkt sich zumeist auf zĂŒchterische Erfolge. Die weltweite Berichterstattung ĂŒber den EisbĂ€ren Knut aus dem Zoologischen Garten Berlin ist eine Ausnahmeerscheinung. Ein anderer Anlass fĂŒr ĂŒberregionale Berichterstattung sind UnglĂŒcksfĂ€lle, wie sie sich unter anderem 2004 und 2006 im Tierpark Chemnitz oder 2002 und 2005 im Tiergarten Schönbrunn ereigneten.
Einen besonderen Stellenwert in der öffentlichen Wahrnehmung nehmen die Fernsehdokumentationen aus Zoos ein, von denen Elefant, Tiger & Co. die erfolgreichste und langlebigste ist. Die am 1. April 2003 gestartete Serie berichtet ĂŒber die Tiere im Leipziger Zoo, Ă€hnliche Formate wurden in den letzten Jahren auch fĂŒr andere deutsche Zoos entwickelt (ARD, ZDF, VOX). Neu war die Einbindung des Tierpflegepersonals in das Konzept, sodass der Zuschauer Anteil am Beruf des Tierpflegers nehmen kann.
Bereits Jahre zuvor waren mit der Radiosendung Im Tierpark belauscht mit Karin Rohn und der Fernsehsendung Tierparkteletreff aus dem Tierpark Berlin (Fernsehen der DDR) sowie Ein Doc fĂŒr alle Felle (WDR), Lebensraum Tierpark und Zoo und Co (BR) Ă€hnliche Formate populĂ€r geworden. Verschiedene Zoos stellte schon Bernhard Grzimek regelmĂ€Ăig in den frĂŒhen Folgen von Ein Platz fĂŒr Tiere vor, spĂ€ter die Reihen Zoos der Welt, Zoobummel international (mit Heinrich Dathe) und bis heute Zoo-Geschichten und Abenteuer Zoo. Hinzu kommen eine groĂe Zahl fĂŒr Kinder gedachte Formate wie Arche Noah und Wombaz, die aus unterschiedlichen Zoos berichten.
Verschiedenes
âą Die gröĂte zoologische Einrichtung der Welt ist der San Diego Zoo Safari Park. Er erstreckt sich auf einer FlĂ€che von ca. 700 Hektar.
âą Mit einem Tierbestand von 19.484 Tieren in 1.474 Arten ist der Zoologische Garten Berlin mit seinem angeschlossenen Zoo-Aquarium der artenreichste Zoo der Welt (Stand: 31. Dezember 2012).cite-ref-71[71] Zugleich ist es der Ă€lteste seit seiner GrĂŒndung noch bestehende Zoo in Deutschland.
âą Als gröĂtes Schauaquarium der Welt gilt das Georgia Aquarium in Atlanta. Es besitzt ein Fassungsvermögen von ca. 30.000.000 Litern.
Siehe auch
Literatur
âą Utz Anhalt: Tiere und Menschen als Exoten: Die Exotisierung des âAnderenâ in der GrĂŒndungs- und Entwicklungsphase der Zoos. VDM, SaarbrĂŒcken 2008, ISBN 978-3-639-01800-4 Volltext.
âą Eric Baratay, Elisabeth Hardouin-Fugier: Zoo. Von der Menagerie zum Tierpark. Wagenbach, Berlin 2000, ISBN 3-8031-3604-0.
âą John Berger: Why look at Animals. In: About Looking. Vintage International Books, New York 1980/1991, ISBN 0-679-73655-7.
âą Nastasja Klothmann: GefĂŒhlswelten im Zoo. Eine Emotionsgeschichte 1900â1945. transcript, Bielefeld 2015, ISBN 978-3-8376-3022-0 (zugleich Diss. phil. Hamburg).
âą Werner Kourist, Klaus Honnef: 400 Jahre Zoo. Im Spiegel der Sammlung Werner Kourist. Habelt, Bonn 1976, ISBN 3-7927-0311-4 (Ausstellungskatalog).
âą JĂŒrg Meier: Handbuch Zoo. Haupt, Bern 2009, ISBN 978-3-258-07448-1.
âą Natascha Meuser: Architektur im Zoo, Theorie und Geschichte einer Bautypologie. DOM Publishers, Berlin 2017, ISBN 978-3-938666-01-2 (zugleich Dissertation TU Berlin, 2016).
âą Annelore Rieke-MĂŒller, Lothar Dittrich: Der Löwe brĂŒllt nebenan. Die GrĂŒndung Zoologischer GĂ€rten im deutschsprachigen Raum 1833â1869. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 1998, ISBN 3-412-00798-6.
âą Mieke Roscher: Zoopolis. Eine politische Geschichte zoologischer GĂ€rten. In: Aus Politik und Zeitgeschichte 9 (1. MĂ€rz 2021), S. 4â10.
âą Dagmar Schratter (Hrsg.): Von Kaiser bis KĂ€nguru. Neues zur Geschichte des Ă€ltesten Zoos der Welt. (Tiergarten Schönbrunn â Geschichte, Band 1.) BraumĂŒller, Wien 2005, ISBN 978-3-7003-1497-4.
âą Schwerpunktthema: Zoologische GĂ€rten und Naturschutzzentren. In: Museum-Aktuell. Nr. 154, Dezember 2008 / Januar 2009, Chr. MĂŒller, MĂŒnchen 2009, ISSN 1433-3848.
âą Colin Goldner: Schwarzbuch Zoo. Animot, Lengerich in Westf. 2019, ISBN 978-3-948157-01-2.
Weblinks
Commons
: Zoos
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Zoo
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
âą Literatur von und ĂŒber Zoo im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Webportale:
âą zoo-infos.de â rund 800 Zoos in Deutschland kurz vorgestellt mit allen wichtigen Infos (Non-Profit-Projekt)
âą zootierliste.de â eine Datenbank mit fast allen europĂ€ischen Zootierhaltungen
âą tiergaerten.de â Informationen zu Preisen, Ăffnungszeiten, TierbestĂ€nden und weiteren Details zu deutschen Zoos, Fotogalerie
VerbÀnde, Vereine:
âą vdz-zoos.org/ â Verband der Zoologischen GĂ€rten
âą zootierpflege.de â Berufsverband der Zootierpfleger
âą deutsche-tierparkgesellschaft.de â Deutsche Tierpark Gesellschaft e. V.
âą Deutscher Wildgehege-Verband DWV
âą Stiftung Artenschutz â das BĂŒndnis von Zoos, Naturschutzorganisationen und Sponsoren
Zookritik:
âą animal public e. V. Kritik an der Zootierhaltung
âą Great Ape Project Zookritik
Einzelnachweise
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cite-note-77. â RIMA 2, A.0.89.7
cite-note-0-88. â Mieke Roscher: Zoopolis. Eine politische Geschichte zoologischer GĂ€rten. In: Aus Politik und Zeitgeschichte 9 (1. MĂ€rz 2021), S. 4â5.
cite-note-99. â Anzeige Thiergarten in Horn, bei Hamburg, in den Hamburger Nachrichten, 29. Mai 1841, Seite 8.
cite-note-1010. â siehe: Hamburger Adressbuch 1843, Seite 424
cite-note-1212. â Jörg Schallenberg: HeiĂe Luft aus Afrika im Augsburger Zoo. In: taz.de, 11. Juni 2005, abgerufen am 26. Oktober 2009
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cite-note-7171. â Tierstatistik 2012. Zoo Berlin, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 30. September 2013; abgerufen am 20. November 2010.